Dr. Jur. Harald Gündisch & Manuela Schabrich

Rechts- und Fachanwaltskanzlei
Schweinfurt

A K T U E L L E S


21. September 2015, 16:43

Versicherung muss Reparaturkosten der Markenwerkstatt bezahlen

Wer seinen PKW in der Vergangenheit in einer Markenwerkstatt warten und reparieren ließ, muss sich auch im Falle eines Unfalles, den er nicht selbst verschuldet hat, nicht mit einer Reparatur in einer günstigeren freien Werkstatt zufrieden geben. Er kann diejenigen Kosten ersetzt verlangen, die bei einer Reparatur in der Markenwerkstatt entstehen. So entschieden hat das Amtsgericht München (Az. 341 C 18127/​14).

Redakteur




14. Juli 2015, 13:33

Kein Schadensersatz für stark alkoholisierten Fußgänger

Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 17.​04.​2015, 9 U 34/​14, entschieden, dass ein verkehrsuntüchtiger betrunkener Fußgänger mit 2,​49 Promille, der auf dem Parkplatz eines Supermarkt in einen langsam anrollenden Lkw hineinläuft, keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat. Denn der Lkw-Fahrer habe nicht damit rechnen müssen, dass ein Fußgänger gezielt auf seinen vorwärtsrollenden Sattelzug zuläuft, um sich dort abzustützen.

Redakteur




08. Juli 2015, 13:20

Schäden durch Steinschlag vom Kieslaster

Wer vor Gericht Schäden ersetzt verlangen möchte, die durch Steine entstanden sind, die von einem vor ihm fahrenden Kieslaster verloren wurden, muss sowohl beweisen, dass der Kieslaster tatsächlich Steine bzw. Splitter verloren hat und dass diese zu den am eigenen Fahrzeug behaupteten Schäden geführt haben. Deshalb ist es oft ratsam, sich möglichst rasch um die Beweissicherung zu kümmern und gegebenenfalls frühzeitig einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Das Landgericht Coburg hat mit Urteil vom 23.​12.​2014, 22 O 306/​13, den geltend gemachten Schadensersatzanspruch eines Autofahrers abgewiesen, weil dieser die behaupteten Beschädigungen durch Steinschläge nicht zweifelsfrei beweisen konnte.

Redakteur




01. Juni 2015, 11:52

Wer auf dem Standstreifen fährt, der haftet bei einem Unfall alleine

Das Amtsgericht Recklinghausen hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem ein Lkw die rechte Spur der Autobahn befuhr, auf der sich ein Stau gebildet hatte. Der Kläger fuhr mit seinem PKW auf der Standspur neben dem Lkw des Beklagten vorbei, um die Autobahn an der nächsten Abfahrt zu verlassen. Der LKW-Fahrer fuhr dann unvermittelt nach rechts in Richtung des Standstreifens, wobei es zu einer Kollision mit dem Fahrzeug des Klägers kam. Der LKW-Fahrer gab an, nach rechts gefahren zu sein, um eine Gasse für Rettungsfahrzeuge zu bilden. Nach Ansicht des Gerichts war das Unfallereignis für beide Fahrer nicht unabwendbar im Sinne von § 17 Abs. 3 StVG, sodass eine Abwägung der wechselseitigen Betriebsgefahren erforderlich war. Das Amtsgericht sah das Verschulden des PKW-Fahrers deutlich höher an, da er verbotswidrig den rechten Seitenstreifen der Autobahn befahren habe. Weiter habe er verbotswidrig rechts überholt und dadurch eine erhebliche Gefahr des Unfallgeschehens heraufbeschworen. Der PKW-Fahrer trage daher die volle Haftung an dem Unfallereignis.

Dr. Harald Gündisch

Redakteur